Zum Psychologen zu gehen ist kein Tabu mehr

 

 

In Amerika wird sehr offen mit dem Thema “Psychische Gesundheit” umgegangen. Einen eigenen Psychologen oder eine eigene Psychologin zu haben ist in manchen Kreisen gar ein Statussymbol. Doch auch in Deutschland ist das Thema längst kein Tabu mehr. Dennoch traut sich manch ein Betroffener immer noch nicht, Hilfe zu holen. Die Menschen haben Angst davor, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis nicht ernst genommen oder ausgegrenzt zu werden. Dabei gibt es heutzutage keine Gründe mehr, den Gang zum Psychotherapeuten oder zur Psychotherapeutin weiter aufzuschieben.

 

Psychische Erkrankungen sind nichts Ungewöhnliches

Studien zufolge leidet jede dritte Person, die in Deutschland lebt, mindestens einmal in ihrem Leben unter psychischen Problemen. Zudem konnte hierzulande jeder 18. Arbeitnehmer im vergangenen Jahr aufgrund psychischer Erkrankungen nicht zur Arbeit gehen. Frührentner geben die Psyche in 43 Prozent der Fälle als Grund für die verfrühte Rente an. Damit sind seelische Erkrankungen weder selten noch abnormal.

 

Betroffene holen sich heutzutage häufiger und schneller Hilfe

Die Nachfrage nach Psychotherapien steigt jährlich. Dies bedeutet allerdings nicht, dass immer mehr Menschen unter psychischen Problemen leiden. Stattdessen zeigt es, dass sich Betroffene häufiger und schneller professionelle Hilfe holen. Sie haben nicht mehr das Gefühl, dass es tabu sei, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Oftmals hilft dabei auch das Internet. Denn durch den heutigen Stand der Technik kann Psychologie online stattfinden. Dadurch sinkt die Hemmschwelle für Betroffene weiter.

 

Offenheit am Arbeitsplatz

Auch Unternehmen setzen sich zunehmend für das psychische Wohlbefinden ihrer Angestellten ein. So beispielsweise Dr. Ulrich Birner. Der Psychologe arbeitet für die Siemens AG und hat ein Programm ins Leben gerufen, um psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz zu enttabuisieren. Im Rahmen der Aufklärungskampagne berichten Mitarbeitende des Unternehmens über ihre eigenen Krankheitserfahrungen und ihren Umgang damit. Ziel ist es, dass auch am Arbeitsplatz offener mit dem Thema umgegangen wird.

Doch die Siemens AG ist nicht das einzige Unternehmen, das sich für die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden interessiert und einsetzt. Zahlreiche positive Erfahrungsberichte von betroffenen Arbeitnehmern bestätigen, dass auch anderen Arbeitgebern das Wohlbefinden der Angestellten am Herzen liegt. Das macht Mut, psychische Probleme auch dem Chef oder der Chefin anzuvertrauen.

 

Die Generation Z macht es vor

Seit einigen Jahren ist auch die Generation Z im Berufsleben angekommen. Sie legt besonders viel Wert auf die Trennung von Privatleben und Arbeit. Zudem beschäftigen sich viele junge Menschen mit dem Thema Achtsamkeit. Dadurch, dass sie den Fokus nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf die seelische Gesundheit legen, helfen sie dabei, das Thema noch weiter zu normalisieren. Sei es am Arbeitsplatz, wo ältere Mitarbeitende viel von ihnen lernen können, oder aber im Freundeskreis.

 

Trau dich

Wie du siehst, ist es heutzutage kein Tabu mehr, professionelle Hilfe zu holen. Mitmenschen, Unternehmen und insbesondere junge Leute werden immer mehr dafür sensibilisiert und setzen sich aktiv mit dem Thema auseinander. Zudem gibt es Online-Psychologen (oder Psychologinnen), die Online-Therapien anbieten. Auch unsere Plattform mentavio.com stellt dir bei Bedarf Online-Psychologen oder Online-Psychologinnen zur Verfügung.

 

Quellen:

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/psychotherapie/psychische-erkrankungen-104.html

https://www.deutschlandfunk.de/belastungen-am-arbeitsplatz-psychische-erkrankungen-sind.680.de.html?dram:article_id=456828

https://www.gofeminin.de/mein-leben/psychische-gesundheit-s2917514.html

https://www.psyga.info/psychische-gesundheit/psyga-fokus/destigmatisierung/wie-knacken-wir-das-tabu