Woran erkennt man eine beginnende Demenz?

Diese Woche bestimmt die nationale Woche der Demenz unser Thema für den Blog. Rund um Demenz und Alzheimer schreiben wir, klären auf, bieten Adressen für Anlaufstellen sowie psychologische Hilfe für Betroffene und Angehörige (natürlich nicht nur diese Woche) und tragen damit unseren Teil zur Aufklärung über diese stigmabehaftete Krankheit auf.

Nachdem wir in unserem Beitrag zur Woche der Demenz 2018 bereits über diese Krankheit aufklärten, widmen wir uns heute der Frage, wie man eine beginnende Demenz erkennen kann. Denn seine Schlüssel zu verlegen oder die Butter beim Einkaufen zu vergessen hat vermutlich jeder schon mal erlebt.

 

Wie funktioniert denn nun eine Demenz-Früherkennung und wann sollte man sich um eine solche bemühen?

 

Vergessen ist wichtig. Unser Gehirn kann nicht alle Informationen, die je an es herangetragen wurden, abspeichern. Daher filtert und löscht es viele dieser Informationen wieder, insbesondere wenn sie selten gebraucht oder vereinzelt von der Norm abweichen, wie beispielsweise der ein Mal woanders abgelegte Hausschlüssel. Diese Informationen wieder abzurufen, ist oft schwierig, das ist ganz normal – und macht eine Früherkennung von Demenz nicht einfacher. Da sich die Vergesslichkeit im Rahmen einer Demenzerkrankung jedoch qualitativ nicht von den eingangs beschriebenen Situationen unterscheidet, bleibt bei einem Verdacht auf Demenz (zB bei einer auffälligen Häufung von Gedächtnislücken) nur der Gang zum Arzt. Sogenannte Gedächtnissprechstunden können helfen, sie frühzeitig zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Es gibt bisher keine Therapie, aber als Faustregel gilt: mental aktive Menschen erkranken seltener oder zumindest später.

Auch die ärztliche Gedächtnisprüfung ist nicht vollkommen treffsicher, denn eine Früherkennung ist und bleibt schwer. Der Test zur Früherkennung von Demenzen (TFDD) bietet eine der genauesten Diagnosemöglichkeiten und kann zusätzlich Hinweise darauf geben, ob eine Depression vorliegt, denn diese beiden Erkrankungen werden oftmals miteinander verwechselt. Beiden Krankheitsbildern kann am Besten begegnet werden, je frühzeitiger man sie erkennt, doch Depressive überschätzen und Demenzkranke unterschätzen ihre Defizite oftmals. Gerade weil Demenz mit negativen Stigmata verbunden ist, haben viele Angst vor einer Diagnose. Dabei ist diese nicht gleichbedeutend mit schnellem kognitiven Verfall. Menschen mit Demenz können ein erfülltes Leben leben und auch nach der Feststellung der Erkrankung an ihren kognitiven Fähigkeiten, zum Beispiel durch Gedächtnistrainings, arbeiten, um den Krankheitsfortschritt so lange wie möglich zu verlangsamen.

Außerdem wird ein Patient in einer Gedächtnissprechstunde auch körperlich untersucht. So können bisher unentdeckte Vitaminmängel, Schilddrüsenerkrankungen und andere mögliche Ursachen für einen Gedächtnismangel erkannt und gegebenenfalls behandelt werden. Eine Liste von Gedächtnisstunden in Deutschland finden Sie hier.