Wenn die Angst raus muss …

Plötzliche Anfälle von starker Angst, Schweißausbrüche, Zittern und Herzklopfen. Dabei Vorstellungen wie etwa einen Herzinfarkt zu erleiden oder zu ersticken – etwa zwei bis vier Prozent der Deutschen erleben etwas Ähnliches in ihrem Leben. Diese Situation wird auch als Panikattacke bezeichnet. Panikattacken halten zwar nur kurz an, sind für den Betroffenen aber sehr intensiv und beeinflussen dessen Leben langfristig.

Charakteristisch für die Panikstörung sind wiederkehrende, nicht vorhersehbare Panikattacken. Von Medizinern wird die Panikstörung auch als episodisch-paroxysmale Angst bezeichnet. „Paroxysmal“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie anfallsartig.

Häufig treten Panikattacken auch im Zusammenhang mit der psychischen Störung Agoraphobie auf. Auf diese Störung werden wir in einem folgenden Beitrag diese Woche noch spezieller eingehen.

Auch Kinder und Jugendliche können bereits Panikattacken erleben. Nicht selten ist dann auch ein Elternteil von einer Angststörung betroffen und das Kind erlernt quasi das ängstliche Verhalten.
Der Beginn einer Panikstörung liegt meistens zwischen dem 15. und dem 24. Lebensjahr. Frauen sind dabei doppelt so oft betroffen wie Männer.

Symptome

Nach der ICD-10 Klassifikation für psychische Störungen sind folgende Symptome für Panikattacken beziehungsweise eine Panikstörung charakteristisch:

  • Eine Panikattacke ist eine einzelne Episode intensiver Angst, die abrupt beginnt und innerhalb weniger Minuten ihr Maximum erreicht. Die Panikattacke hält nur wenige Minuten an.
  • Bei einer Panikstörung tritt immer mindestens eins der folgenden Symptome auf: Veränderung der Herzfrequenz und Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, Mundtrockenheit.
  • Symptome aus der Brustkorb- und Bauchregion sind: Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Schmerzen im Brustkorb, Übelkeit und Unwohlsein im Magen.
  • Zu den psychischen Symptomen zählen: Schwindelanfälle, Unsicherheit, Schwäche und Benommenheit. Die Angst und die dazugehörigen körperlichen Symptome sind so stark, dass Betroffene fürchten, daran zu sterben.
  • Da die Panikattacken häufig aus dem Nichts auftreten und manchmal gar kein Trigger identifiziert werden kann, haben viele Betroffene Angst vor Kontrollverlust oder haben das Gefühl, verrückt zu werden.

Ursachen

Die Ursachen für die Panikstörung sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine Mischung aus verschiedenen Faktoren. Relevant sind genetische Prädispositionen wie auch veränderte Botenstoff-Aktivität in bestimmten Hirnregionen.
Auch traumatische Erfahrungen in der Kindheit können die Entstehung von Angsterkrankungen begünstigen. Nicht zu vernachlässigen sind ebenfalls Belastungen im Erwachsenenalter, wie zum Beispiel der Tod eines Angehörigen, die zur Entstehung einer Panikstörung beitragen können. Zudem kann starker Stress, der unter anderem durch Konflikte auf der Arbeit oder im Privatleben, existenzielle Sorgen oder Zukunftsangst entsteht, den Ausbruch einer Panikattacke provozieren. Bei manchen Menschen triggern auch Substanzen wie Alkohol, Medikamente oder Koffein das Auftreten einer Panikattacke, da diese Wirkstoffe anregend auf den Körper wirken und somit innere Anspannung nur noch verstärken.

Was man gegen Panikattacken und Angst allgemein machen kann, findet ihr ab Freitag unter diesem Beitrag.
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