Was ist eine toxische Person? Wie kann man sie identifizieren?

 

Was ist eine Toxische Person

Jeder hat ihn sicherlich schon einmal erlebt. Diesen Moment, in dem man feststellt, dass eine vertraute Person, die man sehr gerne mag und mit der man viel Zeit verbringt einem eigentlich nicht guttut. Der Weg dorthin ist lang und die Erkenntnis schmerzhaft und ernüchternd. Umso wichtiger ist jedoch der Schritt, der darauffolgen sollte: die Distanzierung und die Befreiung aus dieser „toxischen Situation“.

 

Wie definiert man eine „toxische Beziehung“ mit einer „toxischen Person“?

Zuerst ist wichtig zu erwähnen, dass die Bezeichnung „toxisch“ keiner wissenschaftlichen Herkunft entstammt und demzufolge in der Psychologie kein feststehender Begriff ist. Es ist vielmehr eine Beschreibung, die sich sowohl auf Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen beziehen kann als auch auf die Beziehungsdynamik, die entstehen kann. Dies beeinträchtigt dann auf verschiedene Wegen das psychische Wohlbefinden des Gegenübers; bewusst oder unbewusst.

In der Wissenschaft geht man davon aus, dass „toxische“ Personen unterschiedlich ausgeprägte Charaktereigenschaften der „dunklen Triade“ besitzen. Diese sind: Machiavellismus (Machtstreben), Narzissmus (Selbstliebe) und Psychopathie. Diese Eigenschaften führen zu bestimmten sozialen Handlungen, die den sozialen Umgang erschweren. Dazu gehören manipulatives Verhalten, Egozentrik, Selbstbewunderung, Impulsivität und Stimmungsschwankungen. Jeder von uns kann diese Eigenschaften besitzen oder entwickeln, bei „toxischen“ Menschen sind sie aber besonders ausgeprägt. Grund dafür sind tieferliegende Verletzungen, negative Gefühle und unerfüllte Bedürfnisse, die nicht ausreichend bearbeitet worden sind und die das Handeln unbewusst beeinflussen. Da diese Menschen meist Bewusstsein für ihre Problematiken besitzen, übernehmen sie keine Verantwortung dafür und übertragen dies in Form schädigender Verhaltensweisen auf andere Menschen.

 

Wie erkenne ich eine „toxische“ Person in meinem Umfeld?

  • Impulsivität: die betreffende Person zeigt impulsives, nicht berechenbares Verhalten und hat Stimmungsschwankungen. Du musst aufpassen was du sagst, bewegst dich wie auf rohen Eiern und sagst lieber nichts als etwas Falsches.
  • Schuldzuweisungen: im Streit hast du immer Schuld. Die Person sieht sich selten in der Verantwortung, sondern in der Opferrolle. Übst du Kritik, gibt sie dir das Gefühl nicht gut genug zu sein und weist dich auf deine Fehler hin.
  • Fehlende Empathie: Mitgefühl für deine Sorgen hat keinen Platz. Deine Geschichten werden übertrumpft, du bist meist selbst schuld und dieser Person passiert das nie.
  • Komplimente: trotz der Streitigkeiten verhält sich diese Person oft wie ausgewechselt, macht dir Komplimente und bringt dir Sympathie entgegen. Du fühlst dich aufgrund der engen Freundschaft emotional abhängig, hast Schwierigkeiten dich von dieser Person zu lösen und möchtest trotzdem viel Zeit mit ihr verbringen.

 

Was löst eine toxische Person in mir aus?

Oft ist aufgrund der emotionalen Bindung zu „toxischen“ Personen der Weg lang, bis man bemerkt, dass eine bestimmte Person dir trotz der Freundschaft nicht guttut. Hier sind einige Tipps, woran du es merken könntest:

  • Energielosigkeit nach Treffen: du fühlst dich nach Treffen emotional ausgelaugt und hast das Gefühl, die Person entzieht dir die Energie. Treffen fühlen sich eher nach einer Verpflichtung an. Du spürst eine innerliche Abwehrhaltung oder bist vor Treffen oft angespannt und nervös. Während des Treffens hast du das Gefühl, nicht du selbst sein zu können und dich anpassen zu müssen. Du bemerkst extreme Wechsel zwischen positiven Gefühlen und einer innerlichen Distanz zwischen euch.
  • Selbstzweifel: die „toxische“ Person löst in dir das Gefühl aus, dich selbst infrage stellen zu müssen und dich und deine Handlungen anzuzweifeln. Sie gibt dir das Gefühl nicht gut genug zu sein und ohne sie allein dazustehen.
  • Grenzüberschreitungen: du hast das Gefühl dich selbst verteidigen und erklären zu müssen. Deine Meinung wird nicht wertgeschätzt und du wirst häufig mit Gegenmeinungen konfrontiert, die deine Argumente infrage stellen. Dein „Nein“ wird nicht akzeptiert und du wirst persönlich angegriffen.

Solltest du dich und eine Person in deinem Umfeld in diesen Beschreibungen wiederfinden, so solltest du einen Ausweg suchen. Versuche dich von dieser „toxischen“ Bindung zu lösen, weil sie dich über längere Zeit an deiner persönlichen Weiterentwicklung hindert und dich schwächt statt stärkt. Um diesen Schritt zu gehen ist es oft hilfreich, sich Hilfe zu suchen, die dir den Rücken stärkt und dir ermöglicht, konsequent Abstand zu halten.

 

Quellen: