Themenwoche Gewalt: Anger Awareness Week

 

Die britische Anger Awareness Week (01.-07.12.) nehmen wir zum Anlass, diese Woche das Thema Aggressionen und Gewalt auf unserem Blog zu behandeln. In diesem Beitrag informieren wir über die AAW und, in zwei weiteren Berichten, über psychische Gewalt bei Kindern bzw. Erwachsenen.

 

Die Anger Awareness-Kampagne wurde ins Leben gerufen, um Menschen, welche zu Wutausbrüchen neigen, zu ermutigen, sich mit dieser Emotion zu beschäftigen und Fähigkeiten anzueignen, um sich zu beruhigen und zukünftigen emotionalen Ausbrüchen entgegen zu wirken. Jedes Jahr wird vom 01.-07.12. im Zuge der für die meisten bevorstehenden familiären Zusammenkünften während der Festtage über das Thema Ärger und Wut informiert, dafür sensibilisiert und versucht, Betroffenen zu helfen. Sich zu ärgern wird hierbei nicht per se negativ dargestellt, da es eine gesunde und wichtige Emotion ist, die wir empfinden können! Vielmehr wird sich klar abgegrenzt auf diejenigen Situationen konzentriert, in denen sie als unangenehm, anspannend und vielleicht sogar unangebracht empfunden wird und richtet sich an Menschen, die solche Situationen erleben, insbesondere, wenn sie selbst der (verärgerte) Akteur sind.

 

In einem ersten Schritt wird über die ersten Anzeichen von Wut und Ärger informiert, damit Betroffene auf diese sensibilisiert werden und künftig möglichst früh anbahnende Wut erkennen können:

  • Erhöhte Herzfrequenz (Herzrasen)
  • Erhöhte Atemfrequenz (schweres, schnelles Atmen)
  • Angespannter Körper (zB Schultern)
  • Fäuste ballen

Beispiele für Stragetien und Fertigkeiten, um emotionale Ausbrüche und Streitigkeiten zu vermeiden sind:

  • tief Aus- und Einatmen (länger aus als ein)
  • bis 10 zählen (erst Denken, dann Reagieren)
  • Entspannungstechniken, wie Meditation

Langfristig helfen kann

  • über seine Empfindungen und das, was das Gehörte ausgelöst hat, sprechen
  • andere Perspektiven einnehmen, um die Situation aus anderen Blickwinkeln zu bewerten
  • ausschlafen (Erschöpfung macht uns sensibler, ausreichend Schlaf kann helfen, sich nicht so schnell gestresst oder angegriffen zu fühlen)
  • Alkohol- und Drogenkonsum meiden (diese Substanzen verringern unsere Toleranzgrenze und lassen und schneller als gewohnt und gewollt wütend werden)

 

Wer allgemein Auslöser identifizieren kann, die einen verärgern, kann gezielt solche triggernden Faktoren bearbeiten und zukünftig vermindern oder verhindern. Zu wissen, was einen ärgert – sei es, wie etwas gesagt wurde, bestimmte Themen oder Handlungen – bringt Betroffene einen großen Schritt weiter, denn die Ursache zu verstehen ist die Basis für eine erfolgreiche Problembearbeitung. Hierfür kann es sinnvoll sein, mit den Betreffenden oder jemandem, der einen selbst gut kennt, zu sprechen, aber vor Allem auch objektive Personen bieten hier meist einen großen Vorteil. Unsere Berater stehen Ihnen jederzeit zur Seite und erarbeiten mit Ihnen gemeinsam, was Sie berührt, aufbrausen lässt und was Sie kurz- und langfristig dagegen tun können.

 

So steht einem entspannten Treffen mit Freunden, angeregten Diskussionen oder dem nächsten Familienfest bald nichts mehr im Wege.

 

 

HILFE IN DER NOT
Wenn Sie selbst betroffen sind oder Sie mitbekommen, wie eine nahestehende Person oder NachbarIn unter Gewalt leidet, möchten wir Ihnen das Hilfetelefon bei (häuslicher) Gewalt nahelegen: 08000 – 116 016. Auf ihrer Webseite (vom Bundesamt für Familien und zivilgesellschaftliche Aufgaben) können Sie sich, auch anonym (beispielsweise durch die Verwendung eines privaten Fensters des Mozilla Firefox-Browsers, für nähere Informationen bitte diesem Link folgen), umfassend informieren und Hilfe finden. Ob am Telefon, per E-Mail oder Chat – Ihnen kann auf 17 Sprachen (inklusive Gebärdensprache) geholfen werden! Auch bei der Polizei kann man sich unter der Rufnummer 110 melden!