Schulausfall aufgrund von Corona. Arbeit und Kinder zu Haus. Kriselt es deshalb mit Ihrem Partner?

 

 

Corona hat so manches verändert. Vieles, was einmal selbstverständlich war, muss nun mühsam wieder aufgebaut werden. Die Rückkehr zur Normalität ist noch immer nicht zweifelsfrei absehbar. Neben den gravierenden wirtschaftlichen Folgen lässt sich noch eine weitere Auswirkung der Pandemie beobachten: Zahlreiche Paare befinden sich derzeit in einer Paarkrise. Welche psychologischen Folgen langfristig zu erwarten sind und wie Sie als Betroffene(r) Gegenmaßnahmen ergreifen, wollen wir uns nachfolgend näher anschauen.

 

Warum ist der Streitlevel durch Homeschooling erhöht?

In vielen Familien verläuft der Alltag derzeit alles andere als normal. Der reguläre Präsenzunterricht an vielen Schulen ist ausgesetzt, die Kinder haben Homeschooling oder Wechselunterricht. Sie selbst befinden sich möglicherweise im Homeoffice oder in Kurzarbeit. Dies stellt Sie Paar vor große Herausforderungen. Kommen wir zunächst auf den Aspekt des Schulausfalls zu sprechen. Je jünger Ihre Kinder sind, umso mehr Verantwortung lastet nun zusätzlich auf Ihren Schultern. Schließlich müssen Sie sicherstellen, dass daheim auch wirklich gelernt wird. Kinder sind nicht immer einsichtig, was dies anbetrifft. Hierdurch kann es zu ermüdenden Auseinandersetzungen kommen. Es ist nur verständlich, dass Sie anschließend gereizt sind. Die Gefahr, dass Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner versehentlich verbal anfahren, steigt deutlich. Er oder sie kann aber nicht immer wissen, dass Sie sich gerade bei Ihrem Nachwuchs als LehrerIn verausgabt haben. So bekommt er oder sie zu Unrecht eine Portion Frust ab und fühlt sich hinterher angegriffen.

 

Wie lässt sich die Zeit ohne Schule harmonisch gestalten?

Wie so oft lautet die Lösung: Kommunikation. Sie als Paar sollten sich abstimmen, wie Sie die zusätzliche Betreuungszeit Ihres Kindes organisieren. Seien Sie beide darüber im Bilde, was Ihr Kind lernen muss. Entlasten Sie sich gegenseitig. Besonders wichtig: Es sollte zwischen Ihnen Einigkeit herrschen. Wenn der eine Elternteil beim Thema Homeschooling nachsichtiger ist als der andere, sind Konflikte vorprogrammiert. Sowohl zwischen Ihnen als Paar als auch zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Auch wenn beide Eltern sich nach Möglichkeit am Homeschooling beteiligen sollten, kann und sollte die Aufteilung den Umständen angepasst werden. Sie befinden sich in Kurzarbeit und Ihr Partner / Ihre Partnerin muss ins Büro? Dann liegt es natürlich nahe, dass Sie einen zeitlich größeren Part übernehmen. Arbeiten beide Partner im Homeoffice? Dann erstellen Sie gemeinsam einen Zeitplan. Stellen Sie sicher, dass jeder ungestört arbeiten kann. In der Zeit, in der Sie arbeiten, betreut der andere Elternteil die Kinder – und umgekehrt. Hauptsache, Sie stimmen sich ab und reden miteinander! Die Hauptursache für Konflikte sind Missverständnisse, welche aufgrund mangelnder Kommunikation entstehen.

 

Wie die veränderte Arbeitssituation Paarkrisen provoziert

Auch Paare, die keine Kinder haben, streiten sich häufiger, seit Corona den Alltag dominiert. Nicht selten liegen der Gereiztheit (Existenz-)Ängste einer oder beider Parteien zugrunde. Zahlreiche Menschen bangen derzeit um ihren Arbeitsplatz. Derartige Sorgen können eine Paarbeziehung enorm belasten. Wer sich mit Ängsten quält, wirkt meist abwesend und unaufmerksam. Weiß der Partner / die Partnerin nicht, was Sie gerade gedanklich beschäftigt, kann er / sie das veränderte Verhalten missverständlicherweise auf sich beziehen. Im umgekehrten Falle sollten Sie das Gespräch suchen, wenn Sie Ihrerseits Veränderungen in der Partnerschaft bemerken. Vielleicht hat das gar nichts mit Ihnen zu tun. Schließen Sie Ihren Partner nicht von Ihren Ängsten und Sorgen aus. Es ist sicherlich gut gemeint, den anderen nicht damit belasten zu wollen. Als Paar sollten Sie einander jedoch Halt und Zuversicht spenden, insbesondere in einer derart unsicheren Zeit. Haben Sie derzeit weniger gemeinsames Einkommen zur Verfügung, sind Absprachen unerlässlich. Legen Sie gemeinsam fest, wie Sie das begrenzte Budget sinnvoll einteilen. Möglicherweise finden Sie Sparoptionen, um die finanzielle Lage wieder etwas zu entspannen.

 

Werden Paare durch Homeoffice einander überdrüssig?

Neben Existenzsorgen gibt es noch einen weiteren belastenden Faktor in der Coronazeit: die fehlende räumliche Distanz. Vor der Pandemie waren Sie möglicherweise beide in Vollzeit berufstätig, haben einen Großteil des Tages im Büro verbracht und sich nach Feierabend aufeinander gefreut. Wenn man nun plötzlich vierundzwanzig Stunden täglich beisammen ist, wächst das Konfliktpotenzial. Es fehlt der Abstand, um sich nach kleineren oder größeren Streitigkeiten wieder zu besinnen. Die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen, entfällt. Darüber hinaus entdecken viele Paare nun störende Angewohnheiten aneinander, die früher nicht aufgefallen sind. Auf Dauer können selbst Kleinigkeiten wie eine gequetschte Zahnpastatube oder Schmatzgeräusche beim Essen einen Streit auslösen.

 

Sorgen Sie mit kleinen Tricks für Abstand

In dem alten Sprichwort, dass ein gewisser Abstand die Beziehung lebendig hält, steckt durchaus ein Körnchen Wahrheit. Hieraus lässt sich schlussfolgern, dass Sie auch in Pandemiezeiten für ein wenig Abstand voneinander sorgen sollten. Dies ist innerhalb einer kleinen Wohnung sicher manchmal leichter gesagt als getan, doch es ist möglich. Grenzen Sie sich während Ihrer Homeofficezeit räumlich voneinander ab, so als ob Sie an Ihrem regulären Arbeitsplatz wären. Sollte dies nicht möglich sein, z. B. weil Sie nur über ein geeignetes Arbeitszimmer verfügen, dann nutzen Sie es nicht gemeinsam. Verabreden Sie Zeiten, wer wann das Zimmer nutzt. Erledigen Sie Besorgungen wie den Wocheneinkauf einzeln, wechseln Sie sich hierbei wochenweise ab. Verabreden Sie sich, um qualitativ hochwertige Paarzeit miteinander zu verbringen. Wie wäre es z. B. nach einem (getrennten) Homeoffice-Arbeitstag gemeinsam zu kochen und sich dann einen schönen Film anzuschauen? Oder noch besser: ein gemeinsamer Spaziergang in der Natur. Auf diese Weise teilen Sie schöne Momente miteinander, fernab vom Alltagstrott.

 

Die psychologischen Folgen der Krise abwehren durch eine Paartherapie online

Befinden Sie sich in einer schwerwiegenden partnerschaftlichen Krise, die Sie ohne fremde Hilfe nicht bewältigen können? In diesem Fall bietet sich eine Paartherapie an. Ein erfahrener Paartherapeut kann Ihnen verschiedene Wege aufzeigen, um gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und letztendlich wieder einen Zugang zueinander zu finden. Insbesondere in einer festgefahrenen Krisensituation kann eine neutral vermittelnde Person die Lage deutlich entschärfen. In Pandemiezeiten gestaltet sich eine Paartherapie in Präsenz jedoch schwierig. Eine wahre Alternative ist die Paartherapie online von mentavio. Sie erhalten die Möglichkeit, ortsunabhängig mit einem qualifizierten Arzt, Psychologen oder Psychotherapeuten in Kontakt zu treten. Sie werden coronakonform per Webcam, Mail oder Textchat beraten. Auf Wunsch kann auch eine telefonische Beratung erfolgen. Mit Wartezeiten, die bei Präsenzsitzungen manchmal mehrere Monate betragen können, müssen Sie nicht rechnen.

 

Verwendete Quellen:

https://www.betzold.de/blog/homeschooling-tipps-fuer-eltern/
https://www.derstandard.de/story/2000125621877/liebe-und-beziehungen-in-zeiten-der-pandemie
https://www.uibk.ac.at/psychologie/fachbereiche/pdd/personality_assessment/research/love-in-times-of-corona/index.html.de