Psychologische Beratung online – was ist erlaubt und was nicht?

„Die BPtK sieht […] die Zukunft vor allem in einer Integration des Internets in die Psychotherapie.“

Gesetzlich ist in einer Psychotherapie vorgesehen, dass Aufklärung, Einwilligung, Diagnostik und Indikationsstellung in persönlichem Kontakt erfolgen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass der Patient alles verstanden hat und keine Unklarheiten bestehen bleiben. Ebenfalls muss der Patient über mögliche Nebenwirkungen von Psychotherapie aufgeklärt werden wie z.B. die Möglichkeit einer kurzfristigen Verschlechterung der Stimmung und Symptomatik. Diese Aufklärungspflicht besteht ebenfalls bei webbasierter psychologischer Beratung. Des Weiteren ist es ratsam, Notfallkontakte (nahegelegene Klinik, Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 116117) für eine eventuelle Krisensituation weiterzugeben und gemeinsam einen Handlungsplan für solche Fälle zu erarbeiten. Bei einer Verschlechterung der Symptomatik, die im Rahmen der Online-Beratung nicht ausreichend aufgefangen werden kann, ist der Berater verpflichtet auf wohnortnahe Anlaufstellen hinzuweisen und gegebenenfalls die Einleitung einer ambulanten oder gar stationären Psychotherapie zu unterstützen. Hierbei sollte sich der Berater auf seine professionelle Einschätzung verlassen, kann jedoch jederzeit das Beratungsangebot des mentavio-Teams in Anspruch nehmen.

Datensicherheit wird außerdem, gerade im Internet, besonders großgeschrieben. Eine nach höchsten technischen Standards geschützte Verbindung und verschlüsselte Datenübermittlung sind bei der Online-Behandlung per Chat oder Video zu gewährleisten.* Die meisten bekannten Videotelefonieanbieter erfüllen diese Voraussetzungen nicht. Auch online-basierte Selbsthilfeprogramme, die zur Behandlung eingesetzt werden, müssen diesen hohen Ansprüchen gerecht werden – und tun es nicht alle.

Die BPtK weist darauf hin, dass elektronische Berufsausweise zusätzlich helfen und eine erhöhte Sicherheit bei der Identifizierung von Hilfsanbietern geben können. Bei mentavio wird jeder Berater vor der Freischaltung genaustens geprüft, ob er unseren hohen Qualitätsstandards genügt und entsprechende Nachweise über seine Expertise vorlegen kann.

Bei Online-Beratung ist es ratsam, sich besonders deutlich und klar auszudrücken, da insbesondere in schriftlichem Kontakt Missverständnisse entstehen können. Hier sollten die Begriffe „Beratung“ und „Therapie“ deutlich voneinander getrennt werden und der Berater muss die Grenzen der Online-Beratung deutlich kommunizieren. In der internetbasierten Beratung sollte man sich außerdem besonders oft rückversichern, ob der Patient alles verstanden hat. Zusätzlich sollte regelmäßig geklärt werden, ob sich Fragen aufgetan haben und eine Zielüberprüfung und ggf. -anpassung sollte wie auch im analogen Setting vorgenommen werden.

Wichtig bleibt: der Patient muss wissen, woran er ist! Wird er beraten, behandelt oder nur informiert? Transparenz ist hier gefragt. Webbasierte psychologische Beratung ist erlaubt, sie muss aber genauso gewissenhaft vorgenommen werden, wie im persönlichen Kontakt. Für Online-Psychotherapie wird 2019 ein erster gesetzlicher Rahmen geschaffen.

*In unseren FAQs gehen wir ausführlich auf diese Frage ein, außerdem können Sie in unseren Datenschutzbestimmungen genau nachlesen, wie mentavio diese handhabt und welche hohen Qualitätsstandards wir ansetzen, um Ihnen einen sicheren, verschlüsselten Kontakt herzustellen.