Psychische Störungen in Film und Fernsehen (Teil 3)

Diese Woche dreht sich alles um psychische Störungen in Serien und Filmen. Im heutigen Teil insbesondere um drei Spielfilme, bei welchen uns vor Spannung das Popcorn beinahe im Hals stecken bleibt, während sie uns einen Einblick in die Schizophrenie und als Multiple Persönlichkeit bekannte Störung geben. In dem ersten Teil geht es um Zwangsstörungen und das Asperger-Syndrom, der zweite Teil beleuchtet narzisstische und bipolare Störungen.

 

A beautiful mind

In „A beautiful mind – Genie und Wahnsinn“ wurde die Lebensgeschichte des für die Spieltheorie bekannten Mathematikers John Forbes Nash Jr. verfilmt. Seit seinem Studium leidet er an einer schizophrenen Psychose. Schizophrenie ist durch Einschränkungen des Denkens und der Wahrnehmung gekennzeichnet. Zu den häufigsten Phänomenen zählen dabei Wahn, kommentierende Stimmen oder das Gefühl, dass die eigenen Gedanken von anderen mitgehört werden können. Betroffene können häufig nicht mehr zwischen Realität und Einbildung unterscheiden. So auch bei Nash – anfangs werden die zunehmenden Wahnvorstellungen plausibel in die Handlung integriert, erst im Laufe des Films wird dem Zuschauer klar, wie sehr Nashs Wahrnehmung von der Realität abweicht.

 

Das weiße Rauschen

Der junge Abiturient Lukas zieht zum Studium nach Köln und besucht dort eine Menge Partys – auf diesen konsumiert nicht selten einige Drogen. Nach dem Konsum von psychoaktiven Pilze hört er zum ersten Mal Stimmen, welche ihn beschimpfen – was andere als vorübergehende Nebenwirkungen erleben, verfolgt Lukas dauerhaft. Seine Wahnvorstellungen vergehen nicht. Die Diagnose: paranoide Schizophrenie. Diese Störung ist besonders häufig geprägt von (meist auditiven, deutlich seltener visuellen) Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

 

SPLIT

Zu Beginn des US-amerikanischen Psychothrillers werden die beiden Mädchen Claire und Marcia von einem Mann gekidnappt und verschleppt. Es stellt sich heraus, dass ihr Entführer – Kevin Wendell – eine Person mit einer Multiplen Persönlichkeitsstörung (die korrekte fachliche Bezeichnung hierfür ist Dissoziative Identitätsstörung) ist. Insgesamt vereinen sich 23 Persönlichkeiten in der Person Wendells, welche abwechselnd hervortreten und sein Verhalten bestimmen. Dabei sind die Persönlichkeiten untereinander völlig unterschiedlich – mit wechselndem Geschlecht und Alter, jede mit einem eigenständigen Gedächtnis, eigenen Vorlieben und Verhaltensweisen.

 

Psycho

Auch der auf dem gleichnamigen Roman basierende Film Psycho von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1960 thematisiert die Multiple Persönlichkeitsstörung. Marion Crane flüchtet kurzfristig und wenig geplant aus ihrem gewöhnlichen Leben. Auf der Flucht steigt sie in einem abgelegenen Motel ab, wo sie auf den Eigentümer Norman Bates trifft, welcher dort mit seiner Mutter lebt. Nachts wird Marion unter der Dusche erstochen – diese Szene zählt zu den meistzitierten Szenen der Filmgeschichte und ist weltweit bekannt.  Doch wer ist für den Mord von Marion verantwortlich?

Tipp: Hat dieser Kurzbericht über Psycho Sie interessieren können und Sie wollen in die Vorgeschichte zum Film eintauchen? Dann schauen Sie sich auch die Serie Bates Motel an.

 

 

Hinweis: Manche der auf diesem Blog erwähnten Serien und Filme können einen triggernden Effekt haben, insbesondere wenn Sie an einer der porträtierten Störungen leiden, daher bitten wir Sie, sie mit Vorsicht zu genießen und gegebenenfalls abzubrechen und sich Hilfe zu holen (schauen Sie auch gerne, ob einer unserer Therapeuten gerade online ist).