Psychische Störungen in Film und Fernsehen (Teil 1)

Diese Woche dreht sich alles um psychische Störungen in Serien und Filmen. Wir haben uns für Sie umgesehen und werden in drei Teilen von verschiedenen Störungsbildern in Film und Fernsehen berichten und von der Realität abgrenzen. In dem ersten Teil geht es um Zwangsstörungen, Phobie und das Asperger-Syndrom, der zweite Teil beleuchtet narzisstische und bipolare Störungen und der letzte Teil unserer Reihe widmet sich der Schizophrenie und Multiplen Persönlichkeitsstörung.

 

Monk

Wer kennt Adrian Monk und seine Marotten nicht: Bilder müssen in bestimmten Abständen zueinander an der Wand hängen, sein Wasser darf nur von einer bestimmten Marke sein und bestimmte Rituale muss er ständig wiederholen und streng einhalten. Auch wenn ihm bewusst ist, dass das befürchtete Unheil nicht tatsächlich davon beeinflusst wird, welches Wasser er trinkt, kann er diesen Drang nicht unterdrücken. Dies ist ein wesentliches Merkmal bei Menschen mit Zwangsstörungen: sie erkennen ihre Handlungen und Gedanken als irrational an, können sich jedoch trotz zumindest teilweisen Gegenwehrversuchen nicht davon abhalten. Sie auszuführen wird als quälend empfunden (was bei Monk allerdings kaum dargestellt wird), führt jedoch zu einer kurzzeitigen Reduktion der empfundenen Angst, was sie so schwer zu unterdrücken macht. Monk zeigt zusätzlich Anzeichen einiger spezifischer Phobien, welche beim Besuchen des Zahnarztes oder bei Begegnungen mit Tieren, wie beispielsweise Schlangen, zu panischen Reaktionen führen und ihn nicht zuletzt auch durch seine Vermeidungsversuche oft in Gefahr bringen.

 

Dexter

Auch in der Serie Dexter wird uns ein Hauptcharakter mit Zwangsstörung präsentiert, allerdings deutlich ernster, denn Dexter Morgans Zwang kostet Menschenleben. Der charmante Blutspurenanalyst aus dem sonnigen Miami führt ein Doppelleben als blutiger Serienkiller. Er nutzt seinen Zwang, um diejenigen Mörder und Vergewaltiger, welche dem Gesetz entkommen sind, aufzuspüren und Rache für ihre Opfer an ihnen zu nehmen. Und zwar auf eine sehr spezielle Art und Weise: er kleidet einen Raum komplett mit Folie aus, um Spuren zu vermeiden, fesselt seine Opfer nackt auf einen Tisch und erklärt ihnen genau, warum er sie entführt hat und was er mit ihnen tuen wird, nämlich sie ausbluten lassen. Außerdem sammelt er je Opfer einen Blutstropfen auf einem Objektträger, was ein weiterer ununterdrückbarer Teil seines Mordrituals ist.

Tipp für Neugierige: In dem US-Film Besser geht’s nicht stellt der US-Schauspieler Jack Nicholson einen erfolgreichen New Yorker Schriftsteller mit Zwangsstörung dar.

 

Big Bang Theory

Der berühmte Sheldon Cooper bringt uns mit seinen Marotten zum Lachen während er seine Freunde, Mitbewohner und Kollegen in den Wahnsinn treibt. Woche für Woche soll es jeden Tag ganz bestimmtes Essen von einem jeweils festgelegten Restaurant geben, bei Krankheit muss das Katzentanzlied gesungen werden, bestimmte Uhrzeiten für die tägliche Hygiene im Bad müssen eingehalten werden und wehe jemand wagt es, sich auf den linken Couchplatz zu setzen. Das Asperger-Syndrom bzw. eine Störung aus dem Autismusspektrum zeichnen sich oft durch niedrige soziale Kompetenzen (zum Beispiel Sheldons fehlende Empathie und oft fehlendes Interesse sowie seine Schwierigkeiten, Humor und Sarkasmus zu verstehen) und ein rigides Festhalten an bestimmten Ritualen und Vorgängen aus. Das Asperger-Syndrom unterscheidet sich vom Autismus durch die fehlende Entwicklungsverzögerung oder Sprachstörungen aus. Eine extrem stark ausgeprägte Intelligenz wie bei Sheldon ist nicht unüblich.

Tipp für Interessierte: Die unbekanntere Serie Atypical porträtiert das Leben eines Schülers mit Autismus ebenfalls aber auf eine andere Weise humorvoll, aber realitätsnah und erlaubt uns insbesondere einen Einblick in Sams Probleme mit sozialer Kompetenz.

 

 

Hinweis: Manche der auf diesem Blog erwähnten Serien und Filme können einen triggernden Effekt haben, insbesondere wenn Sie an einer der porträtierten Störungen leiden, daher bitten wir Sie, sie mit Vorsicht zu genießen und gegebenenfalls abzubrechen und sich Hilfe zu holen (schauen Sie auch gerne, ob einer unserer Therapeuten gerade online ist).