Panikattacke – Symptome & Ursachen

Panikattacken sind das Hauptsymptom der sogenannten Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst), die zu den Angsterkrankungen zählt. Eine Sonderform ist die Angst vor öffentlichen Orten (Agoraphobie) und die dadurch ausgelöste Panikstörung.

Panikattacken treten regelmäßig, aber unerwartet auf und versetzen Betroffene in einen extremen Zustand von Angst und Kontrollverlust. Sie halten in der Regel nicht lange an und ebben nach maximal 10 Minuten wieder ab.

Etwa 2,5 % aller Menschen erkranken statistisch gesehen einmal im Leben an einer Panikstörung, meist beginnend in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Mit der Zeit entwickelt sich oft eine Erwartungsangst, sodass die Angst vor einer Panikattacke mitunter selbige auslösen kann. Die Gründe für das Entstehen einer Panikstörung sind oft unklar.

In diesem Beitrag werden die gängigen Symptome der Panikstörung vorgestellt und erklärt.

Panikattacke – diese Symptome gehören dazu

Bei einer Panikattacke gerät der Körper in einen plötzlichen Ausnahmezustand: Grundgefühl ist stets eine außerordentlich starke Angst, bis hin zur Todesangst. Zudem lässt sich eine Panikattacke nicht genau voraussagen, sie überkommt Betroffene meist ohne vorherige, körperliche Warnzeichen.

Hauptsymptome einer Panikattacke

  • Depersonalisierung – man steht “neben sich”, hat das Gefühl, nicht mehr man selbst zu sein
  • Derealisierung – die Umgebung erscheint unwirklich, die Wahrnehmung kann sich eintrüben
  • Erhöhter Blutdruck und Puls – Wahrnehmung von Herzrasen
  • Flache Atmung – die Lunge zieht sich zusammen, es kommt zu Atemnot und Hyperventilation
  • Schwitzen, Gefühl von Hitze oder Kälte – manchmal auch Mundtrockenheit
  • Blässe
  • Kribbeln in Armen und Beinen – das Gefühl, betäubt zu sein
  • Übelkeit und Brechreiz
  • Schwindel – bis hin zum Gefühl, bewusstlos zu werden

Eine junge Frau schreit vor Panik, beleuchtet von blauem und rotem Licht.

Was tun bei einer Panikattacke?

Die enorme Angst bei einer Panikattacke hat viel damit zu tun, dass ihr Auftreten nicht vorhergesagt werden kann und sie die Betroffenen meist hinterrücks überrascht. Dennoch gibt es einige Methoden, die den Verlauf einer Panikattacke lindern oder ihre Dauer verkürzen können.

Panikattacken über die Atmung verhindern

Der beste Weg, eine aufkommende Panikattacke zu verhindern, ist über die Atmung. Atme mehrmals kräftig ein und aus. So funktioniert es:

  1. Atme tief durch die Nase ein, bis Du das Gefühl hast, dass die Luft in Deinem Bauch ankommt.
  2. Atme durch den Mund wieder aus, am besten in drei kurzen Stößen.

Je tiefer und länger Deine Atemzüge sind, desto besser. Wenn Du spürst, dass die Panik langsam abklingt, hast Du alles richtig gemacht.

Was tun bei Hyperventilation?

Wenn Du bereits vor Angst hyperventilierst, ist eine andere Methode empfehlenswert, um die Atmung zu normalisieren. Nimm eine Papiertüte (z. B. Bäckertüte) oder ein Taschentuch und halte es Dir vor Mund und Nase. Dadurch führst Du deiner Lunge vermehrt Kohlendioxid (CO2) zu, da sich die Tüte mit der von Dir ausgeatmeten Luft füllt. So wirkst Du dem CO2-Abfall im Blut entgegen, der durch die Hyperventilation ausgelöst wird. Schließlich normalisiert sich das Atemzentrum und Du kannst wieder zur automatischen Wahrnehmung finden, d. h. der nicht bewusst wahrgenommenen, normalen Atmung.

Wichtig: Verwende keinesfalls eine Plastiktüte, es droht Erstickungsgefahr.

Was können Angehörige bei einer Panikattacke tun?

Angehörige fragen sich oft, wie sie bei einer Panikattacke helfen können. Die Autorin Kelsey Darragh hat darauf Antworten gefunden und diese als Checkliste auf Twitter veröffentlicht.

Darauf finden sich einige nützliche Tipps. Etwa, dass man Betroffene einer Panikattacke mit sanften Vorschlägen für eine gemeinsame Aktivität aus dem massiven Angstzustand herausholen kann.

Panikattacken im Schlaf – was steckt dahinter?

Ca. 50 % der Betroffenen erleben Panikattacken auch im Schlaf. Eine Verbindung zu Alpträumen besteht allerdings nicht. Dennoch werden die nächtlichen Attacken meist als noch heftiger erlebt. Der Grund: wenn wir nachts kurzzeitig aufwachen, befinden wir uns noch für einige Momente in der sogenannten Nachtstarre, in der wir unseren Körper noch nicht bewegen können. Diese Immobilität verstärkt die Angst meist kurzzeitig.

Wie wird eine Panikstörung behandelt?

Eine Panikstörung lässt sich wie die meisten Angsterkrankungen am besten mit einer kognitiven Verhaltenstherapie im Rahmen einer Psychotherapie behandeln. Besonders die Konfrontationstherapie hat sich als wirksam erwiesen, z. B. bei Agoraphobie. Sie beinhaltet, dass sich Betroffene gemeinsam mit dem Therapierenden Situationen aussetzen, die zu einer Panikattacke führen können.

Zusätzlich ist in manchen Fällen eine Medikation möglich, um die Angstzustände zu mildern.

Wer kann eine Panikstörung diagnostizieren?

Zunächst ist es wichtig, beim Hausarzt vorstellig zu werden. Denn auch bestimmte körperliche Grunderkrankungenkönnen Panikattacken auslösen, z. B.

  • Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Herzrhythmusstörungen und Angina pectoris
  • Epilepsie

Anschließend kann Dein Hausarzt Dich an spezialisierte Mediziner, meistens approbierte Facharzt für Psychiatrie überweisen, die eine Panikstörung mittels einer ausführlichen Anamnse und Fragebögen diagnostizieren können.

Eine andere Möglichkeit zur Diagnose besteht darin, eine psychotherapeutische Sprechstunde bei einem kassenärztlich zugelassenen Psychotherapeuten zu besuchen.

Kann Online-Therapie bei Panikstörungen helfen?

Hast Du das Gefühl, unter Panikattacken zu leiden? Möchtest Du Dich zu deiner konkreten Lebenssituation beraten lassen? Unsere erfahrenen Therapeutinnen und Therapeuten stehen Dir gerne zur Seite – zunächst in einem garantiert kostenlosen Erstgespräch.