Onlinetherapie bald auch für Kassenpatienten?!

 

Laut einer diesjährigen Studie der Bundestherapeutenkammer (BPtK) liegen die Wartezeiten für einen Behandlungsplatz für Psychotherapie (hiermit ist nicht die Akutbehandlung oder Erstsprechstunde, sondern die Wartezeit auf eine Richtlinienpsychotherapie gemeint) aktuell durchschnittlich bei 19,9 Wochen. Die Spanne ist groß: während man in Berlin mit 13,4 Wochen unterdurchschnittlich lange warten muss, verzögert sich der Beginn einer Psychotherapie bei Wartenden im Ruhrgebiet um 29,4 Wochen – das sind fast sieben Monate!

Für Privatzahler und Privatversicherte gibt es, unter anderem dank mentavio, bereits einen Weg, diese unglaublichen Wartezeiten zu umgehen. Nun könnte ein neuer Kabinettsentwurf des Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes (PpSG) die Welt der Online-Psychotherapie auch für Kassenpatienten revolutionieren: ab dem 01.04.2019 soll die psychotherapeutische Versorgung auch online per Video erfolgen dürfen – und von der Krankenkasse übernommen werden. Das Gesetz hierzu soll am 01.01.2019 in Kraft treten. “Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) begrüßt [in einer Stellungnahme], dass eine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen werden soll, Videosprechstunden als telemedizinische Leistung auch in der psychotherapeutischen Versorgung einzusetzen” (Quelle 2, siehe unten).

Die Konzeption des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) zur Abrechnung einer solchen Leistung steht noch aus und, nicht ganz überraschend, kommt der Gesetzesentwurf nicht ohne Einschränkungen daher. So soll eine Online-Psychotherapie zunächst nur als Übergangsleistung nach zuvor erfolgter Diagnostik, Indikationsstellung und Patientenaufklärung in persönlichem Kontakt über Krankenkassen abrechenbar sein. Außerdem dürfen Datensicherheit und Datenschutz durch die telemedizinische Behandlung selbstverständlich nicht gefährdet werden, weshalb sich manch renommierter Videotelefonieanbieter nicht für eine Online-Psychotherapie anbieten wird (Anmerkung von mentavio: wir lassen grundsätzlich keine Gespräche zwischen unseren Beratern und ihren Klienten ohne sichere Datenübertragung durch SSL-Verschlüsselung zu, wie Sie in unseren FAQs nachlesen oder im Folgenden sehen können).

 

Quellen: BPtK-Studie zu Wartezeiten und Stellungnahme der BPtK zum Kabinettsentwurf