Nur sad … oder doch SAD?

Noch vor Sonnenaufgang im Büro, in der Dunkelheit dann wieder nach Hause – vielen Deutschen geht es im Winter ähnlich. Die Tage sind kurz, dass Wetter oft grau in grau. Klar sitzen wir alle in hell erleuchteten Räumen, doch wirkliches Tageslicht bekommen die wenigsten von uns ab. Das hat zur Folge, dass jeder vierte Deutsche den sogenannten Winterblues verspürt.

Winterblues – was ist das eigentlich?

In der dunklen Jahreszeit fühlen sich Betroffene häufig antriebslos und schlapp. Interessenverlust, gedrückte Stimmung und Reizbarkeit sind weitere Anzeichen. Zudem kommt oft ein erhöhter Schlafbedarf und Schwierigkeiten, morgens aus dem Bett zu kommen, hinzu. Je länger der Winter andauert und je dunkler die Tage sind, desto mehr Menschen bekommen den Winterblues, auch in der ausgeprägten Form auch saisonal abhängige Depression (SAD) genannt. Diese tritt in unseren Breitengraden vor allem zwischen Dezember und März auf.
Halten die Symptome nur wenige Tage bis zwei Wochen an, spricht man in der Regel vom Winterblues. Gehen die Symptome darüber hinaus, bleiben also wochen- oder monatelang, ist das eine durchaus ernstzunehmende Winterdepression.
In Deutschland erkranken während der Wintermonate bis zu 800.000 Menschen an der besonderen Form der rezidivierenden Depression. 75% der Betroffenen sind Frauen, auch Kinder und Jugendliche können unter diesen Verstimmungen leiden.




Wie kommt es dazu?

Im Winter mangelt es uns an natürlichem Tageslicht. Dadurch entsteht im Körper ein Ungleichgewicht an Hormonen und Botenstoffen. Unter anderem ist Melatonin am menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Aufgrund des Lichtmangels im Winter trifft weniger Licht auf die Netzhaut, das wird von der Epiphyse registriert. Als Folge dessen schüttet sie mehr Melatonin aus, was Müdigkeit und Schlappheit begünstigt. Auch ein verringerter Serotoninspiegel im Blut ist wahrscheinlich an der Entstehung dieser Stimmungslage beteiligt. Dies ist dadurch begründet, dass weniger Vitamin D in unserem Körper vorhanden ist, welches durch Sonneneinstrahlung auf der Haut gebildet wird. Ohne Vitamin D kann der Körper keine Serotonintransporter herstellen, welche das Gehirn mit Serotonin, auch bekannt als Glückshormon, versorgen.




Was kann man dagegen tun?

  1. Zunächst einmal den Vitamin D Spiegel testen lassen. Ein Mangel ist per Teststreifen oder Blutbild leicht erkennbar.
  2. Auch im Winter so oft es geht draußen aktiv sein, vor allem wenn die Sonne scheint. Studien der Havard University ergaben, dass täglich 15-20 Minuten in der Sonne ausreichen, damit man im Winter in der Regel keinen Mangel fürchten muss. Aber auch diese Viertelstunde ist zu besonders grauen Perioden in Deutschland schwer zu erreichen. Daher gibt es auch andere Möglichkeiten, den eigenen Vitamin D Bedarf zu decken, zum Beispiel mit Nahrungsergänzungsmitteln. Eine Absprache mit dem Hausarzt oder eine Beratung in der Apotheke ist hierfür empfehlenswert.
  3. Als erfolgreich hat sich außerdem die Lichttherapie bewiesen. Für diesen Zweck gibt es sogenannte Tageslichtlampen, die zwischen 2.500 und 10.000 Lux hell sind – normale Zimmerbeleuchtung hat im Durchschnitt nur 400 Lux. Das Licht, welches auf die Netzhaut fällt, fördert den Melatoninab- und Serotoninaufbau – die Folge: man fühlt sich wacher und aktiver.
  4. Für viele das Allheilmittel – Sport. Es ist ausreichend bekannt, dass sportliche Aktivität unter anderem Serotonin und Dopamin ausschüttet und deswegen stimmungsaufhellend wirkt.
  5. Ernährung – denn gerade in der dunklen Jahreszeit ist es verlockend, kräftig deftig zu essen und die gesunden Lebensmittel links liegen zu lassen. Wenn seltener zu Obst und Co gegriffen wird, kann das aber schnell in einem Vitaminmangel enden. Aber nicht nur Obst, auch Wintergemüse kann einiges: Kürbis, Süßkartoffeln und Kohlrüben stecken voller Vitamine und Antioxidantien.

Wir hoffen, unsere Tipps helfen Dir dabei, aus dem Wintertief zu kommen! Solltest Du trotzdem das Gefühl haben, die Situation nicht selbstständig in den Griff zu bekommen oder wenn dieser Zustand schon mehrere Monate anhält, kannst Du dich jederzeit an unsere Heilpraktiker und Therapeuten auf mentavio wenden.