Muss der Schulerfolg meines Kindes unter seiner Psyche leiden?

Psychische Probleme betreffen inzwischen immer häufiger auch die jüngere Generation. Doch dringende Intervention und spontan freiwerdende Klinikplätze passen dabei oft nicht mit den Schulferien zusammen. Um die Schullaufbahn nicht zu gefährden, gibt es in fast allen Kliniken sogenannte Klinikschulen. Diese sind fester Bestandteil des Klinikalltags und gehören zum Behandlungsplan.

Als erstes nehmen die Kliniklehrer Kontakt zu den Stammschulen auf, um sich über die Lehrinhalte der folgenden Wochen und über den Leistungsstand des Patienten zu informieren. Damit soll erreicht werden, dass die Patienten langsam wieder an die Leistungsanforderungen der Schule herangeführt werden und der Übergang zurück in die ursprüngliche Klasse möglichst nahtlos funktioniert. Den Jugendlichen soll außerdem das Gefühl der Kontinuität und der Normalität vermittelt werden. Unterrichtet wird entweder gemäß der Schulform oder nach dem Vorbild der Inklusion in gemischten Gruppen. Diese sind deutlich kleiner als normale Klassen, um individuell auf den Schüler eingehen zu können und Lern- und Leistungsschwierigkeiten genau zu diagnostizieren. Bei Bedarf ist Einzelunterricht ebenfalls eine Option. Abgesichert ist der Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen. Das Wochenstundenpensum liegt etwa bei der Hälfte im Vergleich zu einer normalen Schule, um genügend Zeit für Therapie und Diagnostik zur Verfügung zu stellen.

Wenn nach mehreren Wochen Klinikschule ein positiver Trend zu vermerken ist und das Kind wieder mit mehr Lernmotivation dem Thema Schule gegenübersteht, wird ein Schulversuch gestartet. Dabei wird versucht, den Patienten wieder in eine Klassengemeinschaft zu integrieren, zunächst mit wenigen Stunden am Tag. Gegen Ende des Aufenthalts ist das Ziel, wieder regulär die Schule zu besuchen.