#konmari your life!

Schon seit einigen Jahren ist der Minimalismustrend deutlich im Kommen. Doch spätestens seit Netflix diesem Thema eine komplette Serie mit der japanischen Profi-Aufräumerin und Buchautorin Marie Kondo gewidmet hat, gibt es kein Halten mehr. Allein unter dem #minimalism findet man auf Instagram über 13 Mio. Beiträge. Grund genug also, dass auch wir diesem Thema auf dem Blog ein wenig Aufmerksamkeit widmen.

Eine vielzitierte Aussage von Marie Kondo ist: „You cannot change their tidying habits without first changing their way of thinking.“ – führt aufräumen und ein minimalistischerer Lebensstil wirklich dazu, dass sich unser Denken ändert und wir selbstbewusster und ausgeglichener sind?

Jeder Westeuropäer besitzt schätzungsweise 10.000 Gegenstände. Kleiderschränke, Bücherregale und Küchenschränke quellen über vor materiellen Besitztümern. Niemand hat bei diesen Mengen noch einen Überblick über seinen Besitz, weswegen diese Ausgangslage häufig zu großer Unzufriedenheit führt.

Was viele vergessen: der Besitz vieler Dinge konsumiert auch viel von unserer Zeit, einem Gut, was besonders heutzutage für viele Menschen knapp bemessen ist. 10.000 Gegenstände zu besitzen bedeutet auch, eine dementsprechend große Wohnfläche zu haben, die all diese Dinge unterbringt. Auf dem deutschen Wohnungsmarkt führt das für einen Großteil der Bevölkerung zu einer hohen finanziellen Belastung. All diese Dingen wollen dann benutzt, aufgeräumt, entstaubt, gereinigt und repariert werden. Mit jedem Gegenstand nimmt Ordnung halten und den Haushalt zu führen mehr Zeit in Anspruch.
 
Dir fällt ausmisten schwer? Vielleicht sind diese Fragen ja hilfreich:

  • Was benötige ich wirklich?
  • Habe ich Gegenstände mehrfach, die ich aber nur in einfacher Ausführung benötige?
  • Warum habe ich das gekauft? Brauchte ich es wirklich, oder war es ein Impulskauf?
  • Wann habe ich diesen Gegenstand das letzte Mal benutzt beziehungsweise getragen?
  • Passt mir dieses Kleidungsstück noch?
  • Verbinde ich mit diesem Gegenstand positive Emotionen beziehungsweise Erlebnisse?

Ausmisten führt bei den meisten Menschen zu einem befreienden Gefühl. Ziel dieses ganzen Vorhabens sollte es sein, nur noch diese Dinge zu besitzen, die funktionstüchtig sind und die einen glücklich machen. Für manch einen sind das vielleicht 100, für andere 5000 Gegenstände. Die Zahl kann man komplett individuell definieren.
Während sich die Wohnumgebung leert, beginnt oft ein Prozess der Selbsterkenntnis. Wer sich nur noch mit zehn Gegenständen anstatt mit 60 auseinandersetzen muss, hat logischerweise viel mehr Zeit nachzudenken.

Zu diesem Zeitpunkt rücken vielleicht folgende Fragen in den Vordergrund:

  • Wer bin ich?
  • Was gefällt mir?
  • Wer möchte ich sein?
  • Welche Ziele möchte ich verfolgen?

Der Prozess des Aufräumens überträgt sich dann langsam von den materiellen Dingen auf viele andere Aspekte des Lebens – Freundschaften, Arbeit, Hobbys. Im Optimalfall werden zwischenmenschliche Beziehungen hinterfragt, die eigene Karriere kritisch betrachtet und schlechte Gewohnheiten beendet. Viele konsumieren bewusster, und geben so weniger Geld für unnötige Dinge. Manche gehen sogar so weit, dass sie ihren gesamten Wohnraum verkleinern können. Der positive Aspekt dahinter – finanzielle Entlastung. Vielleicht kann so die Arbeitszeit reduziert werden oder auf einen großen Lebenstraum gespart werden.
Mit der Zeit kann man so auch emotionalen und seelischen Ballast loswerden – und das führt zu einem entspannteren, stressfreieren und glücklicheren Leben.

Das klingt alles zu schön um wahr zu sein? Natürlich beschreibt dieser Blogpost gewissermaßen den Optimalfall – aber nichts hindert dich daran, es auszuprobieren! Beginnen kann man schon ganz einfach damit, einfach mal den eigenen Kleiderschrank auszusortieren. Danach wirst du merken, ob es etwas für dich ist oder nicht.