Interview mit der Psychologin Renate Meyer-Knof

Am 26.04.2018 gab uns die Psychologin Renate Meyer-Knof, die auf der Insel Föhr lebt und von dort aus – auch über mentavio – Klienten aus ganz Deutschland berät, das folgende Interview. Das Interview wurde zuerst im Rahmen unserer (inzwischen beendeten) mentavio Crowdfunding-Kampagne bei Seedmatch veröffentlicht. Hier kommt das Interview noch einmal in voller Länge auch für diejenigen, die es bei Seedmatch noch nicht gelesen haben:

mentavio: Guten Tag, Frau Meyer-Knof, Sie leben in Wyk auf der Insel Föhr und arbeiten von dort aus als Psychologin. Gibt es auf Föhr überhaupt genug Patienten und Klienten?

Meyer-Knof: Ich lebe in einer sehr natürlichen und ruhigen Umgebung, die sicherlich zur Entspannung und Gesundheit beiträgt. Nichtsdestotrotz haben auch hier die Menschen einen Bedarf an psychotherapeutischer Begleitung, der durch die ansässigen Therapeuten nicht gedeckt ist, oft ist der Weg zum Therapeuten auf das Festland unumgänglich.

mentavio: Sie bieten psychologische Beratung auch über unsere Plattform mentavio an. Wie klappt das denn so?

Meyer-Knof: Die Beratung über mentavio funktioniert sehr gut. Sie hat für den Klienten durchaus Vorteile gegenüber der Begegnung in der Praxis, da er wählen kann, in welcher Form er den Kontakt wünscht, per e-mail, Telefon oder Videokontakt. Wie bereits erwähnt ist es ja schwierig, Termine bei Psychotherapeuten zu bekommen, hier also ein schneller und direkter Weg schnell Hilfeleistung durch Beratung zu erhalten. Aus meiner langjährigen Tätigkeit in der Rehabilitation bin ich es gewohnt sehr direkt und lösungsorientiert zu beraten, was mir in dieser Onlinetätigkeit zugute kommt. Bislang war der Austausch mit den Klienten ein konstruktiv positiver.

mentavio: Die Studienlage ist mittlerweile eindeutig: Psychologische Beratung und Therapie über das Internet funktionieren ähnlich gut wie ein persönliches Gespräch mit dem Klienten in der Praxis. Deckt sich das auch mit Ihren Erfahrungen?

Meyer-Knof: Der Austausch ist wie im direkten Gespräch immer ein individueller, persönlicher Kontakt und meiner Erfahrung nach ein durchaus fruchtbarer.

mentavio: Würden Sie uns verraten, von wo aus Sie Ihre Klienten über mentavio beraten? Natürlich würden wir auch gerne wissen, wo die Klienten am liebsten sitzen. Im Büro? Zuhause? Auf der Couch?

Meyer-Knof: Ich berate meine Klienten aus meinem Arbeitszimmer heraus, das sehr ruhig gelegen ist, nur manchmal durch den Nordseewind oder den Ruf einer Möwe „gestört“ wird.
Die Klienten ziehen es vor, bequem, in entspannter Haltung zu sitzen, oft wird die Couch genutzt oder ein bequemer Bürostuhl. Wir führen auch häufig miteinander Entspannungsübungen durch, um die innere Balance herzustellen und Übungen für den Eigenbedarf zu erproben.

mentavio: Sie sind jetzt seit 2 Monaten bei mentavio registriert. Wie sinnvoll ist unser Angebot für Sie?

Meyer-Knof: Ihr Angebot ist sehr sinnvoll für mich, es gleicht der selbstständigen Arbeit. Weiterhin ist es angenehm auch an anderen Orten als dem Büro in Kontakt mit den Klienten kommen zu können, freie Zeiteinteilung ein weiterer Vorteil.

mentavio: Welchen Stellenwert werden Onlineberatung und webbasierte Interventionen Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren einnehmen?

Meyer-Knof: Im Zuge der Zeit, in der fast jeder im Netz aktiv ist, wird die Nachfrage in dem beratenden psychologischen und therapeutischen Bereich steigen, sich zur natürlichen Kontaktherstellung weiter entwickeln.

mentavio: Welche zusätzlichen Funktionen würden Sie sich bei mentavio wünschen?

Meyer-Knof: Als zusätzliche Funktion wäre eventuell die Listung der Therapeuten nach Verfügbarkeit zu nennen, der Klient könnte sofort sehen, wer grade ansprechbar und zum Gespräch bereit ist.

mentavio: Vielen Dank für das spannende Interview und Ihren Vorschlag, den wir doch gleich auf die IT-Agenda setzen.