#hörenlesensehen Bücher März 2019

Willkommen zum zweiten Teil der #hörenlesensehen-Reihe! Wie immer am Mittwoch mit den zwei Buchtipps, die wir für euch haben, dieses mal mit zwei Romanen. Also macht es euch bequem, hoffentlich ist etwas für euch dabei. Und wenn nicht, oder ihr eher Sachbücher präferiert, dann könnt ihr ja mal bei den Bücher-Beiträgen für Januar oder Februar vorbeischauen.

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – John Green
John Green ist ein Name, der vielen bekannt vor kommen sollte, denn die Verfilmung seines Buches „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ war 2014 ein wahrer Kassenschlager. Ende 2017 kam sein lang ersehntes neues Jugendbuch raus – Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken.
In diesem Buch dreht es sich um die 16-jährige Aza Holmes. Aza macht sich ständig Sorgen, hat mit ihren Ängsten zu kämpfen und der Zwang beherrscht permanent ihre Gedankenwelt. Ihre mentale Gesundheit ist instabil und belastet sie sehr. Deswegen denkt sie auch gar nicht daran, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russel Pickett zu beteiligen. Doch die Summe der Belohnung ist groß und ihre beste Freundin Daisy überredet sie, an der Suche teilzunehmen.  Aza versucht mutig zu sein und ihrer Gedankenspirale zu entkommen. Ob sie das schlussendlich schafft und ob sie den Milliardär finden, … dafür müsst ihr schon selber lesen 😉
John Green schafft es in diesem Buch, mentale Probleme so zu portraitieren, wie sie für tausende von Menschen wirklich sind: traurig, belastend, frustrierend, störend – aber nicht komplett hoffnungslos. Aza ist während des gesamten Buches so sympathisch und in ihrem Handeln nachvollziehbar, dass sich der Leser gut mit ihr identifizieren kann. Das hilft sicherlich Betroffenen, sich besser verstanden zu fühlen oder Angehörigen von Betroffenen, sich besser in eine solche Gedankenwelt hineinzuversetzen.

Ich, Eleanor Oliphant – Gail Honeyman
Eleanor ist anders als andere Menschen. In ihrem alltäglichen Leben ist sie eine totale Außenseiterin. Ihr Tagesablauf ist jeden Tag exakt gleich. Sie hat keine Hobbys und hat keine Freunde. Ihr Sozialverhalten ist praktisch non-existent. Eleanor weiß einfach nicht, wie das, was der Durchschnittsmensch als „Leben“ bezeichnet, funktioniert.
Durch einen Zufall kommt sie mit einem Arbeitskollegen ins Gespräch und im Laufe des Buches wird beschrieben, wie die beiden sich langsam freundschaftlich annähern. Zaghaft wagt sie sich aus ihrem Schneckenhaus heraus. Dadurch, dass sie plötzlich mit einem ganz anderen Alltag konfrontiert ist, lernt sie sich noch einmal komplett neu kennen.
Das Buch zieht einen wirklich in den Bann, denn es ist sehr mitreißend und einfühlsam geschrieben. Nach und nach versteckt Gail Honeyman in der Geschichte kleine Hinweise, sodass man Eleanor mit der Zeit immer besser kennenlernen kann. Zudem bekommt man eine Chance, hinter ihre Fassade zu schauen, zu erfahren, warum sie in dieser jahrelangen Einsamkeit gelebt hat und kann ihren Weg aus der Isolation begleiten.