Glücksgefühle fürs Gehirn

Unser Kopf fokussiert sich in der Regel auf negative Emotionen. Aber dagegen können Sie etwas tun, sagen der Neuropsychologe Rick Hanson und der Neurologe Richard Mendius: Richtig trainiert bekommt Ihr Gehirn eine positivere „Verdrahtung“ – und dazu hat es jeden Tag unzählige Möglichkeiten.

Ein Gastbeitrag aus dem Magazin PSYCHOLOGIE bringt dich weiter.

 

Füllen Sie Ihr Gehirn mit positiven Erfahrungen

Oft bemerken wir all die guten Dinge um uns herum nicht einmal. Jemand ist nett zu Ihnen, die Vögel zwitschern, Ihr Brötchen schmeckt lecker. Sorgen Sie dafür, dass die positiven Erlebnisse erhalten bleiben, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit zehn Sekunden lang darauf richten. Je länger Sie etwas in Ihrem Bewusstsein halten und je intensiver Sie es erleben, desto stärker wird die Verbindung zwischen den Neuronen.

Neutralisieren Sie schmerzliche Erfahrungen

Wenn Sie an ein unangenehmes Ereignis denken, rufen Sie gleichzeitig ein positives Gefühl dazu auf, beispielsweise indem Sie sich vorstellen, dass Sie bei jemandem sind, den Sie lieben. Machen Sie das oft genug, vermischt sich die unangenehme Erinnerung allmählich mit einem positiven Gefühl. Das funktioniert am besten, wenn Sie widersprüchliche Gefühle nehmen, etwa einen schwachen Moment mit einem aktuellen Gefühl von Kraft mischen. Dabei geht es nicht darum, schmerzlichen Erfahrungen aus dem Weg zu gehen oder sich ins Vergnügen zu flüchten. Sie sollen ja gerade aufmerksam und neugierig auf die unangenehme Erfahrung schauen, das Geschehene akzeptieren, während Sie unterstützende Gedanken und Gefühle aufrufen.

Aktivieren Sie Ihr natürliches Ruhesystem

Überprüfen Sie tagsüber regelmäßig, wie angespannt Ihre Muskeln sind, und entspannen Sie sie: Zunge, Augen, Kiefer, den ganzen Körper … Entspannte Muskeln signalisieren den Alarmzentren im Gehirn, dass alles gut ist. Auch die Berührung Ihrer Lippen kann helfen; dort befinden sich viele parasympathische Enden. Schließlich wirken Atemübungen immer beruhigend. Ausatmen aktiviert das parasympathische Nervensystem, also atmen Sie tief ein, halten den Atem ein paar Sekunden fest und atmen dann langsam aus.

Trainieren Sie sich in Sachen Gleichmut

Bringen Sie sich bei, Ereignisse und Ihre eigene Reaktion darauf aus der Entfernung zu betrachten. Für gewöhnlich wird Ihr Körper in höchste Einsatzbereitschaft gebracht, wenn etwas Unangenehmes oder Stressiges passiert. Diese körperlichen Anzeichen interpretiert das limbische System als Beweis drohender Gefahr, was weitere Angstreaktionen auslöst. Aber wenn Sie Ihre Emotionen ohne Urteil oder Interpretation betrachten und Ihr parasympathisches System aktivieren, können Sie diesen Teufelskreis durchbrechen.

PSYCHOLOGIE bringt dich weiter aus dem Hamburger Verlag Inspiring Network ist ein psychologisches Magazin „zum Anfassen“ und erscheint alle zwei Monate. Mit Interviews, Tests, Hintergrundgeschichten und Reportagen, die den Leserinnen und Lesern die aktuellsten Erkenntnisse aus der Psychologie näherbringen und zeigen, wie sich diese für das eigene Leben nutzen lassen. Ein Magazin, das mit kreativen Ideen beflügelt, neue psychologische Ansätze ausprobiert, von Menschen erzählt, die Bewegendes erlebt haben, und dabei einfach Spaß macht – auch im Internet www.psychologiebringtdichweiter.de.

 

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