Galerie berühmter psychologischer Persönlichkeiten – Teil 3

Herzlich Willkommen zurück zum dritten Teil unserer Galerie der berühmten Persönlichkeiten der Psychologie! Nach den zwei Damen vom Montag und den vier Herren vom Mittwoch, wollen wir euch heute nochmal zwei Herren vorstellen, die für die Psychologie bis heute eine unermessliche Bedeutung haben.

Iwan Pawlow (1849-1936)
Der russische Physiologe studierte in St. Petersburg zunächst Jura und Naturwissenschaften, anschließend Medizin. 1890 wurde er Professor für Pharmakologie und später auch für Physiologie.  1904 bekam er für seine Verdienste sogar den Nobelpreis.
Berühmt wurde er wegen seiner Untersuchungen zum Verdauungsverhalten von Hunden. Während seiner Experimente bemerkte er, wie Hunde mit vermehrtem Speichelfluss reagierten, wenn er ihnen Futter präsentierte. Dabei handelt es sich um eine automatisch ablaufende Reaktion, also einen unbedingten Reflex. In den folgenden Experimenten änderte Pawlow den Versuchsablauf und klingelte jedes Mal, wenn einem Hund Futter präsentiert wurde, mit einem Glöckchen.  Nach einigen Wiederholungen klingelte Pawlow nur noch, ohne, dass der Hund auch wirklich gefüttert wurde. Dennoch konnte man vermehrten Speichelfluss bei den Tieren beobachten. Diese Reaktion nennt man einen konditionierten Reflex. Deswegen wird Pawlows Name auch häufig mit dem Begriff der klassischen Konditionierung in Verbindung gebracht. Dieser Prozess funktioniert auch beim Menschen und ist bis heute häufig Grundlage für die Erklärung einiger psychischer Probleme, wie zum Beispiel auch Ängsten.

Burrhus Frederic Skinner (1904-1990)
Die Namen Skinner und Pawlow sind für viele Psychologen untrennbar miteinander verbunden. Während Pawlow mit der klassischen Konditionierung in Verbindung gebracht wird, fällt der Name Skinner immer im Zusammenhang mit der operanten Konditionierung.
Skinner absolvierte zunächst ein kunst- und sprachwissenschaftliches Studium, bis er bei seiner Arbeit auf Schriften von Pawlow aufmerksam wurde. Sein Interesse war so groß, dass er sich ab 1928 in Harvard für das Psychologiestudium einschrieb. Während des Studiums begann Skinner mit eigenen Experimenten an Tieren. Dabei entwarf er die sogenannte „Skinner-Box“ – ein spezieller Testkäfig mit einem kleinen Hebel. In diesen Käfig setzte Skinner Ratten und beobachtete, wie die Tiere auf diesen Hebel reagierten. Anders als Pawlow beobachtete er jedoch nicht nur Reiz – Reaktion, sondern auch die auf die Reaktion folgenden Konsequenzen, also Belohnung oder Bestrafung. Dabei konnte er feststellen, dass die Ratten häufiger den Hebel drückten, wenn sie eine Futterbelohnung bekamen und den Hebel mieden, wenn eine Bestrafung z.B. durch einen kleinen Stromschlag folgte. Auch dieses Prinzip kann auf den Menschen und seine Verhaltensweisen angewendet werden und ist bis heute relevant in der Psychologie.

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