Galerie berühmter Persönlichkeiten – Teil 2

Heute stellen wir euch gleich vier bedeutende Persönlichkeiten der Psychologie vor!
Nach zwei der bekanntesten Damen der Psychologie aus diesem Beitrag, soll es sich dieses Mal um vier Herren drehen.

Albert Bandura (geb. 1925)

Der Kanadier Bandura ist einer der bedeutendsten Psychologen des 20. Jahrhunderts und ist bekannt für das Lernen am Modell. Er studierte an der University of British Columbia und anschließend an der University of Iowa, wo er 1952 seinen Doktortitel erhielt.  Seit 1953 unterrichtete Bandura an der Stanford University. Schon damals wurde er mit den Theorien des Behaviorismus und des Lernens vertraut gemacht. Der Behaviorismus bezieht sich auch Verhaltensweisen, die beobachtbar, messbar und demnach auch manipulierbar sind. Kurzgefasst: unser Umfeld ruft unser Verhalten hervor. Doch das war Bandura zu simpel und er entschloss sich, eine Variable hinzuzufügen und nannte dieses Konzept reziproken Determinismus. Laut seiner Theorie erzeugt nicht nur das Umfeld unser Verhalten, sondern diese beiden Aspekte erzeugen sich gegenseitig. Eine der bekanntesten Studien, die er durchgeführt hat, ist die „Bobo Doll Study“. In dieser Studie filmte er seine Studentin, wie sie die sogenannte „Bobo Doll“, eine mit Luft gefüllte Puppe, mit einem Hammer verprügelte, aggressiv anschrie und auf sie eintrat. Diesen Film zeigte Bandura Kindergartenkindern, anschließend durften diese frei spielen. Im Spielraum befand sich ebenfalls eine „Bobo Doll“. Dabei konnte beobachtet werden, dass die Kinder die Verhaltensweisen der Studentin sehr präzise nachahmten.  Bandura bezeichnete dieses Phänomen anschließend als Lernen durch Beobachtung, welches bis heute als soziale Lerntheorie weltbekannt ist.

Alfred Binet (1857-1911)

Binet war ein französischer Psychologe und gilt als Begründer der Psychometrie, was aus dem Griechischen stammt und so viel wie Seelenvermessung bedeutet. Bekannt wurde sein Name durch die Entwicklung des ersten Intelligenztests, den sogenannten Binet-Simon-Test, der 1905 zum ersten Mal angewendet wurde. Mithilfe dieses Tests versuchte er gemeinsam mit dem Arzt Théodore Simon, ein Maß für Intelligenz und intelligentes Verhalten zu messen. Das stellte sich als ziemlich kompliziert heraus, denn: was ist Intelligenz eigentlich und welche Fähigkeiten und Eigenschaften gehören dazu? Kann man in der Arktis und in Afrika den gleichen Intelligenztest verwenden? Die ersten Intelligenztests, so wie Binet sie entwickelte, zielten vor allem darauf ab, das geistige Alter eines Kindes messbar zu machen. Je mehr Aufgaben das Kind lösen konnte, desto reifer war es.
Heute weiß man, dass Intelligenztests kulturabhängig sind und Binets Ideen zwar den ausschlaggebenden Anstoß gegeben haben, jedoch noch viel zu allgemein gehalten wurden. Eine allgemeingültige Definition für Intelligenz gibt es übrigens aber noch immer nicht.

Abraham Maslow (1908-1970)

Maslow war das älteste von sieben Kindern. Seine Eltern waren jüdische Einwanderer aus Russland ohne Bildung. In Amerika erhofften sie sich ein besseres Leben für ihre Kinder. Zunächst studierte er Jura, um anschließend Psychologie zu studieren. 1934 erwarb er den Doktorgrad in Psychologie an der University of Wisconsin. In Wisconsin arbeitet er mit Rhesusafen, um deren Bindungsverhalten zu erforschen.  Anschließend arbeitete er mit E. L. Thorndike in New York zusammen. Am Brooklyn College kam er mit vielen europäischen Intellektuellen in Kontakt, darunter waren viele Freudianische Psychologen wie zum Beispiel Adler oder Fromm. 1951 traf er am Psychologischen Institut in Brandeis Kurt Goldstein, der Entwickler des Konzepts der Selbstverwirklichung.
Schon in seiner Arbeit mit den Affen stellte Maslow fest, dass einige Bedürfnisse Vorrang vor anderen Bedürfnissen haben. Aus diesen Gedanken entwickelte er die bis heute bekannte Bedürfnispyramide. Grundlegend wichtig sind die physiologischen Bedürfnisse wie Hunger oder Schlaf. Darauf folgen die Bedürfnisse nach Sicherheit, dann die Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und die Bedürfnisse nach Wertschätzung. Erst wenn diese Bedürfnisse erfüllt sind, ist es dem Individuum möglich, sich selbst zu verwirklichen. Selbstverwirklichung ist somit an der Spitze der Pyramide. Auch diese Theorie ist bis heute sehr anerkannt in der Psychologie.

Paul Broca (1824-1880)

Pierre Paul Broca war ein französischer Anthropologe und Arzt, also kein Psychologe im klassischen Sinne. Doch nach ihm wurde das Broca-Areal und die Broca-Aphasie benannt, welche beide im psychologischen Kontext relevant sind. Das Broca-Areal ist im Gehirn an der motorischen Erzeugung von Sprache beteiligt, also am aktiven Sprechen. Doch wie kam Broca auf dieses Areal?
1860 hatte Paul Broca einen Patienten namens Monsieur Tan. Dieser Patient hieß so, weil „Tan“ die einzige Silbe war, die dieser Mensch noch aussprechen konnte, obwohl sein Sprachverständnis nicht beeinträchtigt war. Nach dessen Tod untersuchte Broca dessen Gehirn und fand eine Läsion zwischen Frontallappen und dem Temporallappen. Er schlussfolgerte daraus, dass dieses Areal relevant ist für die Sprachproduktion. Er sollte recht behalten und seitdem gilt dieser Zentrum im Gehirn als der Ort, wo die Sprache entsteht.