Davor hat Deutschland Angst

Eine spezifische Phobie ist eine Angststörung, bei der sich die Angst auf Situationen oder Objekte bezieht. Im folgenden Blogbeitrag wollen wir Sie über die drei in Deutschland häufigsten Phobien informieren.

Arachnophobie
Fast 30% der Deutschen geben an, von ihr betroffen zu sein – die Spinnenphobie. Woher aber kommt diese Angst? Ein Angriff ist von Spinnen eher selten zu erwarten und selbst wenn, die hier heimischen Arten können niemandem schaden. Die genaue Ursache ist bisher nicht geklärt, es gibt jedoch zwei Theorien. Eine Idee bezieht sich auf den evolutionsbasierten Ansatz. Dieser geht davon aus, dass unsere Vorfahren sich vor Spinnen und Insekten in Acht nehmen mussten, da von ihnen grundsätzlich Gefahr ausging. Dies könnte so prägend gewesen sein, dass es über Generationen hinweg weitervererbt wurde. Psychologisch fundiert ist die Theorie des Modelllernens. Bei dieser Form des sozialen Lernens orientieren wir uns an Modellen, im Kindesalter sind das häufig Eltern und andere erwachsene Bezugspersonen. Wenn uns von ihnen vermittelt wird, dass man Spinnen meiden sollte, hat das einen langfristig prägenden Effekt.
Muss Arachnophobie behandelt werden? Wenn sie das alltägliche Leben beeinträchtigt, sollte definitiv darüber nachgedacht werden. Die am häufigsten genutzte Therapieform ist dabei die Konfrontationstherapie.

Akrophobie
Nach der Spinnenphobie ist die Höhenangst die zweithäufigste spezifische Phobie. In etwa jeder fünfte Deutsche leidet daran. Betroffene haben beim Blick in die Tiefe eine unangemessene Angst, die Kontrolle zu verlieren und abzustürzen. Ein gewisser Respekt vor der Höhe ist normal und eine Art biologischer Alarm unseres Körpers, denn ein Absturz könnte durchaus fatale Folgen haben. Treten jedoch Symptome wie Atembeschwerden, Schwitzen, Zittern oder Herzklopfen in Kombination mit ängstlichen Gedanken auf, ist das mehr als nur ein Alarm des Körpers. Auch hier gilt – beeinträchtigt es das alltägliche Leben, weil man nicht mehr angstfrei eine Leiter besteigen kann, oder gefährdet womöglich sogar den Arbeitsplatz, da man dort beständig in der Höhe arbeiten muss, sollte sich Hilfe gesucht werden. Viele Therapeuten nutzen dabei die sogenannte Expositionstherapie: der Patient begibt sich hierbei in die gefürchtete Situation, erlebt in dieser, dass sich die Befürchtungen nicht bewahrheiten und bemerkt, wie die Angst dann langsam abnimmt. Häufig leitet der Therapeut den Patienten dabei auch an, wie er mit einer Angst- beziehungsweise Panikattacke umgehen kann.

 

Dentophobie
Hätten Sie gedacht, dass die dritthäufigste Phobie der Deutschen die Angst vorm Zahnarzt ist? Dabei ist jedoch zu unterscheiden zwischen dem leicht mulmigen Gefühl vor einem Termin, welches sicher einige von uns kennen und einer ausgeprägten Dentophobie, die Betroffene dazu bringt, Zahnarztbesuche so lange zu vermeiden, bis es zum Beispiel vor Schmerzen nicht mehr geht. Auch hier treten dann Angstsymptome wie Herzklopfen, Zittern oder Übelkeit auf. Ein Großteil der Betroffenen gibt an, dass schmerzhafte Behandlungen in der Kindheit sowie unsensibles Verhalten des Zahnarztes sie traumatisiert haben. Ein weiteres häufig genanntes Motiv ist die Angst vor Spritzen (Trypanophobie), eine ebenfalls recht weit verbreitete Phobie. Das Vermeiden des Zahnarztes führt die Betroffenen jedoch häufig in eine Art Teufelskreis – ohne regelmäßige Kontrolle kann Zahn- und Zahnfleischerkrankungen nicht vorgebeugt werden, es kommt zu Schmerzen, Entzündungen und dem Verfall der Zähne, die Angst und der Leidensdruck wird immer größer und ein Besuch beim Zahnarzt wird unvermeidlich. Glücklicherweise gibt es inzwischen immer mehr Zahnärzte, die sich auf Angstpatienten spezialisiert haben. Zusätzlich dazu ist die therapeutische Unterstützung durch einen Experten sinnvoll.

 

 

 

(Die Zahlen aus diesem Blogbeitrag beziehen sich auf diese Statistik.)