Cannabis als Medizin

Medizinisches Cannabis ist für Schmerzpatienten längst erhältlich, doch gibt es auch einige Vertreter der Psychotherapie, die diese Behandlung als wirksam wissen und sich vermehrt zur Behandlung ihrer Patienten wünschen.

Anders als für den illegalen Konsum wird bei dem Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke auf einen erhöhten CBD-Gehalt gezielt. Cannabidiol ist nicht psychoaktiv und wirkt beruhigend, wohingegen das von vielen Freizeitkonsumenten angestrebte High-Gefühl durch den THC-Gehalt (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) beeinflusst wird. Die anregende Wirkung des THC ist unter Angstpatienten eher unbeliebt.

Während Cannabis bei psychiatrischen Patienten durchaus auch als Komorbidität, also Begleiterkrankung, auftritt und im Rahmen einer ergänzenden Suchttherapie behandelt wird, gibt es diverse Studien, welche belegen, dass ein ärztlich begleiteter Konsum therapiestützend wirken kann. Untersuchte Störungen sind oftmals Angst oder ADHS.

Die Meinungen über die Wirksamkeit klaffen weit auseinander. Manche verschreien Cannabis als Wundermittel, andere warnen vor seinem medizinischen Einsatz. Beide Seiten bedienen sich wissenschaftlicher Belege, um ihre Argumente zu stützen und die Krankenkassen halten sich zurück – wer kann es ihnen verdenken, wenn doch die Forschungslage bislang lückenhaft ist. Es ist nicht sicher (genug), welchen Patientengruppen der therapeutisch begleitete Konsum hilft, welche Dosierung optimal ist und in welcher Form es am Besten verabreicht werden sollte (inhalieren versus oral) und welche gesundheitlichen Folgen langfristig auftreten könnten. Außerdem gibt es für viele psychische Störungen bewährte Arzneimittel deren Wirkstoffgehalt besser kontrolliert werden kann als bei Cannabispflanzen.

Das Ärzteblatt fordert mehr Studien. Die Techniker Krankenkasse bezuschusste eine Studie, die die aktuelle Forschungslage zusammenfasste und sich hier genau nachlesen lässt.

Alles in Allem ein schwieriges und sensibles Thema.