Davor hat Deutschland weniger Angst

Nachdem wir hier auf unserem Blog schon über die drei häufigsten Phobien in Deutschland informiert haben, wollen wir Ihnen in diesem Beitrag drei eher seltene, aber nicht weniger interessante Phobien vorstellen:

Paraskavedekatriaphobie
Freitag, der 13. gilt unter der Bevölkerung als ein gefürchtetes Datum. Die explizite Angst davor wird als Paraskavedekatriaphobie bezeichnet. Manche Betroffenen leiden so sehr unter diesem Tag, dass sie Reisen, Termine und ähnliches absagen, um dem Unglück keine Chance zu geben. Interessanterweise verzeichnen Versicherungen an diesen Tagen häufig weniger Schadensmeldungen als an anderen Freitagen. Möglicherweise liegt das daran, dass sich viele Menschen an diesem Datum besonders vorsichtig verhalten.
Haben Sie selber an diesem Datum ein mulmiges Gefühl? Dann gibt’s jetzt gute Nachrichten – der nächste Freitag der 13. ist erst im September 2019!

Spektrophobie
Die Spektrophobie zählt zu den eher ungewöhnlichen spezifischen Angststörungen und meint die übersteigerte Angst vor Spiegeln beziehungsweise spiegelnden Flächen, teilweise auch die Furcht vor dem eigenen Spiegelbild. Die Betroffenen befürchten, dass etwas aus dem Spiegel herauskommt oder sie selbst in den Spiegel hineingezogen werden könnten. Bei einer besonders starken Ausprägung der Spektrophobie haben Betroffene auch Angst vor nur leicht spiegelnden Flächen wie Schaufenstern oder Bildschirmen. Eine häufig genutzte Therapieform um Betroffenen zu helfen, ist die Konfrontationstherapie.

 

Emetophobie
Diese Phobie bezeichnet die irrationale Angst vor dem Erbrechen. Dabei umfasst die Angst das eigene Erbrechen aber auch das passive Miterleben, wenn andere sich übergeben müssen. Betroffene sind sich häufig bewusst, dass ihre Angst übertrieben ist und dass das Erbrechen eine normale Abwehrreaktion des Körpers ist. Besonders problematisch bei dieser speziellen Phobie ist die „Erwartungsangst“ – ein mulmiges Gefühl im Bauch, was vielen aus Situationen mit Nervosität und Aufregung bekannt ist und bei Betroffenen einen Teufelskreis in Gang setzt: die eigene Übelkeit verstärkt das Gefühl, sich übergeben zu müssen und damit auch die Angst davor. Sollte es wirklich dazu kommen, dass ein Emetophobiker sich übergeben muss, zeigen sich Symptome einer Panikattacke (Herzrasen, Atemnot). Häufig führt diese Phobie zu sozialem Vermeidungsverhalten – aus Angst, auf Betrunkene, Kinder oder Kranke zu treffen oder sich bei öffentlichen Essen den Magen zu verderben, bleiben sie lieber zuhause. Emetophobie ist mit Verhaltenstherapie gut behandelbar.

 

Hinweis: Es ist uns wichtig, explizit zu betonen, dass ein unangenehmes Empfinden oder ein Gefühl von Unwohlsein allein nicht ausreichend für eine Phobiediagnose ist. Die Symptome einer echten Phobie ähneln häufig denen einer Panikattacke. Benötigen Sie Hilfe?